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Liebe Freunde

Der 17. Mai ist Norwegens Nationalfeiertag. Ueberall im Land finden Kinderumzüge und vielerorts auch Erwachsenenumzüge statt. Die meisten Leute tragen ein Norweger-Fähnchen mit sich. Mindestens hier in Stjødal tragen die meisten Mädchen und Frauen Trachten. Die Männer haben ihren besten Anzug angezogen und schmücken sich mit einem Festabzeichen. Ueberall sind schon seit einem Monat Norwegerfahnen aufgehängt. Die Umzüge werden von Musikkorps begleitet. Die meisten Schulen hier bieten den Kindern in der Freizeit die Mitwirkung in einem Kinder-Musikkorps an; so sieht man schon sehr kleine Kinder in Uniformen mit relativ grossen Instrumenten. Am Kinderumzug schwingen die meisten Kinder Norwegerfähnchen. Nach dem Umzug erhalten sie Wurst und Glacè. Zum Glück hatten wir gestern den ganzen Tag blauen Himmel und Sonnenschein. (In letzter Zeit wechselt das Wetter sehr rasch von starkem Regen zu klarem Himmel usw..)

Ich möchte den Feiertag zum Anlass nehmen, Euch meine Heimat näher zu

bringen:

Liebe Gruesse

Peter Oswald

Die Norweger *

Häuser *
Hütte *
Natur *
Sport *
Auto *
Lappen *
Blondinden *
Arbeitszeit *

Geografie *

Ausmass *
Nachbarn *
Boden *
Klima *

Geschichte *

Vorgeschichte *
Götter *
Vikinger *
Union_mit Dänemark *
Kurze Unabhängigkeit *
Unter Schwedischer Herrschaft *
Unabhängiger Staat *
2. Weltkrieg *
Bis heute *

Internationale Aktivitäten *

Sprachen *

Märchenfiguren *

Künstler *

Schule *

Politik *

Religion *

Kulinarisches *

Besonderheiten *

 

Die Norweger

Wenn ich im folgenden "die Norweger" oder "der Norweger" schreibe, so meine ich meistens auch Norwegerinnen, ich halte mich ausnahmsweise an den Duden und bitte um Verständnis. Das folgende ist mein Eindruck, aus persönlichen Erlebnissen entstanden und nicht immer objektiv.

 

Häuser

Die Norweger sind noch verschlossener als die Schweizer. Die Norweger wohnen in 1- oder 2stöckigen Holz-Einfamilienhäusern, die sich in Ortschaften befinden können, oft aber im Land verstreut sind. Die Häuser sind einfach gebaut: Betonfundament mit oder ohne Keller oder "Pfahlbau", aussen und innen Holzwände, dazwischen Isolierung, Dach aus Wellmaterial, Blech oder Isolationsmaterial. Die Häuser sind farbig, jedoch nicht grell gestrichen, Bauernhäuser und Scheunen meist dunkelrot. Die Einrichtung meist Ikeamässig. Da leben sie nun also: jeder für sich. Der Lebensstil der Reichen (90% des Vermögens gehört 10% der Bevölkerung) ändert sich sichtbar kaum vom Lebensstil der Arbeiters. Die Norweger sind keine "Bluffer". Alle leben einfach und geben sich einfach.

 

Hütte

Viele Norweger haben irgendwo im Wald, meistens am Wasser (Meer, Fjord oder See) oder in den Bergen, eine Hütte. Die Bauart ist ähnlich, wie bei den Einfamilienhäusern, aber einfacher: Kein Keller, oft kein Elektrisch und Wasseranschluss. Gekocht und geheizt wird mit Gas oder Holz. Strom kommt manchmal von Solarzellen. Die Hütte ist meist nur zu Fuss oder im Winter mit dem Schneemobil erreichbar. Dahin zieht sich der Norweger also an Wochenenden und in Ferien zurück, wenn er noch einsamer sein will. Oft treffen sich aber auch verwandte Familien in der Hütte.

 

Natur

Das wichtigste für den Norweger ist die Natur und darauf ist er stolz. Wenn er in der Hütte ist, ist er bereits im Wald. Er hält sich gerne im Wald und an Stränden auf, beides ist genug vorhanden. Er interessiert sich für die Natur, für Pflanzen und Tiere, und gibt sich Mühe, die Natur zu schützen. So importiert er z.B. lieber elektrischen Strom, als Flusskraftwerke gegen den Willen der Naturschützer zu bauen. Auch in der Schule gab man sich Mühe, uns mit Exkursionen die Natur näher zu bringen. Der Norweger bewegt sich also gerne im Wald, aber scheinbar anders als die Schweizer. Die Schweizer haben ein Ziel, das sie erreichen wollen, z.B. einen Berggipfel. Die norwegischen Wege führen meistens rundherum wie die im Ueberfluss vorhanden Löipen. Wenn man sich auf schweizerische Art bewegen will, muss man früher oder später den Weg verlassen. Die Wanderung quer durch den Wald kann mühsam werden, weil das Gebiet sehr uneben und z.T. sehr steil ist. Es kann auch schwierig werden, die Richtung beizubehalten. Es soll aber auch einen norwegischen Alpenclub geben, der die Möglichkeit gibt, in den Bergen in Tageswanderungen von Hütte zu Hütte zu wandern. Ich möchte dort später gerne einmal Mitglied werden.

 

Sport

Der norwegische Nationalsport ist Skifahren. Darunter versteht der Norweger aber auch wieder etwas anderes: nämlich Langlauf. Einige Norweger machen auch Abfahrten und es sind einige Skilifte vorhanden, aber ich glaube, es gibt wesentlich mehr Sprungschanzen als Skilifte. In Sachen Fernsehsport sind hier in der Gegend alle fussballverückt und die Männer verpassen kaum einen Match des Fussballklubs Rosenborg (oder ähnlich, ich kenne mich nicht aus). Der Klub ist in Trondheim ansässig und soll international erfolgreich sein.

 

Auto

Das Auto, das hier ungefähr doppelt soviel kostet (Luxussteuer), ist auch kein Vermögenssymbol. Es wird möglichst lange in verkehrstüchtigem Zustand gehalten und gefahren. Auch damit wird nicht geblufft, was einer Deutschen aufgefallen ist. Kürzlich hörte ich im Radio, dass in Norwegen die Autos am ältesten in Europa sind, durchschnittlich 10,2 Jahre.

 

Lappen

Wenn man von "Norwegern" redet, denkt man meistens nur an einen Teil der norwegischen Bevölkerung. Man vergisst meistens die Lappen. Die Lappen wohnen in einem wirtschaftlich nicht interessanten Gebiet im Nordosten von Norwegen. Sie leben oft von der Jagd und Rentierzucht. Sie haben eine eigene Kultur und ihre Sprache gleicht der finnischen und ungarischen Sprache, ist also ganz anders, als die norwegische Sprache. Sie haben ein eigenes Parlament für eigene Angelegenheiten. Kinder, die in lappländischen Gebieten wohnen, erhalten Unterricht in Lappländisch statt der 2. norwegischen Schriftsprache, falls sie dies wünschen. Die andern Norweger können kaum lappländisch.

 

Blondinden

Dass die meisten Frauen Blondinen sind, wie viele meinen, mag vielleicht für Schweden zutreffen, in Norwegen stimmt dies in jeder Beziehung sicher nicht. Die Haarfarbe der Norweger ist ungefähr gleich wie die Haarfarbe der Schweizer. Frau und Mann arbeiten in Regierungen und Industrie auf natürliche Weise zusammen. Ich glaube, die Gleichberechtigung in Leben, Arbeit und Ausbildung ist hier in sinnvoller Weise erfüllt. Halbtages- und Ganztages-Kindergärten ab dem 2. Lebensjahr ermöglicht der norwegischen Frau den schnellen Wiedereinstieg ins Berufsleben, falls sie dies wünscht.

 

Arbeitszeit

Der Norweger beginnt morgens um sieben oder acht Uhr. Um 11 oder halb 12 Uhr nimmt er den mitgebrachten "lunsj" (Smø rrebrø d = belegtes Butterbrot). Um drei oder vier Uhr hat er bereits Feierabend. Nach vier Uhr sind die Geschäfte geschlossen. Läden bleiben meistens bis acht Uhr abends offen. Nach der Arbeit zuhause angekommen nimmt der Norweger das Mittagessen ein. Später am Abend das Nachtessen, das relativ einfach ist. Ich habe Mühe mit dieser Arbeitszeit, vor allem weil mir die Schule am ganzen Vormittag dreinfunkt. Mir fehlt die Mittagspause, die ich dann meistens trotzdem mache. Um vier Uhr, wenn die andern Feierabend machen, bin ich meistens auch schon müde, jedoch ist noch einiges zu tun.

 

Geografie

 

Ausmass

Norwegen ist ein sehr langes Land: 1750 km. Dies entspricht der Linie von Rom bis an die Südküste von Norwegen, also quer durch Europa. Mit dem Auto ist die Strecke viel länger, da kaum Autobahnen vorhanden sind und die Strassen viele Kurven aufweisen. Dies, weil die meisten Täler quer verlaufen. Norwegens kleinste Breite ist 9 km, von einem Fjord bis zur schwedischen Grenze.

 

Nachbarn

Norwegen grenzt im Osten an Schweden, Finnland und Russland, im Westen an die Nordsee. Die Küstenlänge entspricht der Küstenlänge von Nord-Dänemark bis Nordspanien, wenn die Fjordküsten mitgezählt werden, mehr als dem halben Erdumfang.

 

Boden

Der grösste Teil der norwegischen Oberfläche entspricht hochalpinem Heideland. 25% des Bodens ist bewaldet und 3% wird landwirtschaftlich genutzt, vor allem in unserer Gegend und im Südosten. Der Boden besteht aus hartem Fels und die Erdschicht darauf ist sehr dünn. Dies ist gut sichtbar, wenn Strassen tiefer gelegt sind: die Ränder bestehen meist aus senkrecht abgetragenem Fels.

 

Klima

Norwegen liegt sehr nördlich. In Tromsø ist z.B. die nördlichste Universität auf der Welt. Die nördliche Lage zeigt sich vor allem in den Helligkeitsunterschieden. Hier ist zur Zeit etwa um zehn Uhr abends Sonnenuntergang und ca. um vier Uhr morgens Sonnenaufgang. Nachts wird es aber nicht mehr richtig dunkel. Um Mitternacht ist es immer noch ganz hell und um halb zwei Uhr ist der Himmel im Norden hell beleuchtet (von der Sonne hinter dem Horizont) und man sieht jeden Grashalm. Ende Juni, Anfang Juli wird es die ganze Nacht hell sein. Dafür ist es um die Weihnachtszeit nur noch ein paar Stunden hell. Die Temperaturen sind aber entsprechend der nördlichen Lage hoch, dies wegen dem Golfstrom, der Wärme von Mexiko bringt. Normal ist es hier etwa 5 Grad kälter als in der Schweiz, jetzt im Frühling ist der Unterschied grösser. In den Wäldern sind auch jetzt noch vereinzelte Schneefelder anzutreffen. Im Sommer wirds etwa 30 Grad und im Winter normal etwa minus 10 Grad. Die Temperaturen ändern natürlich stark im langen Norwegen. So soll es in Stavanger im Süden max. 1 Woche Schnee haben pro Jahr und im Norden liegt noch lange Schnee. Im Sommer ist aber die Wasserstrasse entlang der ganzen Küste schneefrei.

 

Geschichte

 

Vorgeschichte

Die ältesten Menschenspuren sind etwa 11000 – 12000 Jahr alt aus der Zeit, als das Eis von der Eiszeit her schmolz. Seit ca. 6000 Jahren werden Haustiere gehalten und seit erst etwa 1000 Jahren gibt es Städte. Damals lebten etwa 150 000 Menschen im heutigen Norwegen.

 

Götter

Odin war der König der Götter. 2 Raben erzählen ihm, was in der Welt geschehen ist und welche Krieger im Kampf gefallen sind. Er gibt dem "onsdag" (Mittwoch) den Namen. Aehniche Götter bei andern Völkern sind: Zeus, Jupiter, Wotan, Gwydion und Dagda

Tor war Wettergott. Er hatte einen Hammer als Waffe. Wenn er diesen warf, donnerte es. Er traf immer und der Hammer kam immer wieder zurück. Er war stark und klug und musste sich immer wieder bewähren. Er ist in vielen norwegischen Vornamen zu finden und gab "torsdag" (Donnerstag) den Namen. Vieles stimmt mit Jupiter (jeudi) und vermutlich auch mit Donnar (Donnerstag) zusammen.

Frø ya war Göttin der Fruchtbarkeit und Liebe. Sie gab dem "fredag" (Freitag) den Namen. Sie entspricht ungefähr den Göttinnen Venus (röm.) (vendredi), Freya (germ.), Ainè (keltisch irisch) und Brânwen (keltisch kymrisch).

 

Vikinger

Die Vikingerzeit dauerte etwa von 800 – 1050. Die Vikinger wohnten in ganz Skandinavien und bauten leichte, schnelle Schiffe, mit denen sie Handel längs der grossen russischen Flüsse Wolga und Dnepr und längs der Küsten von Finnland, Norddeutschland, Holland, Normandie, England, Schottland, Wales, Island Grönland und Nordamerika trieben. Sie waren berüchtigt dafür, dass sie nicht nur einfachen Handel trieben, sondern mordeten, vergewaltigten, plünderten und Menschen als Sklaven nahmen und verkauften. Oft kehrten sie nicht zurück, sondern lebten mit der ansässigen Bevölkerung zusammen und mischten sich mit ihr.

In die Vikingerzeit gehört auch die Apfelschussgeschichte mit Toko als Helden, eine norwegische oder dänische Sage. Göthe gab diese Geschichte später Schiller mit der Aufforderung, etwas damit zu machen. Schiller erfand Wilhelm Tell.

Vikinger Könige, die in England christlich wurden, führten diese Religion gegen den Willen der Bevölkerung ein. Dies führte mit sich, dass viel Macht von kleineren Herrschern an den König überging. Ein König, der das Christentum einführen wollte, hiess Olav Haraldson. Er wurde bei der Schlacht von Stiklestad (etwas nördlich von hier) umgebracht. Er wurde heiliggesprochen. Ueber seinem Grab wurde der Nidarosdom in Trondheim errichtet, der lange Bischofssitz war.

 

Union mit Dänemark

Vom 14. Jahrhundert bis 1814 war eine Union von Norwegen mit Dänemark. Dänemark dominierte aber in dieser "Union", stellte alle Könige und dänisch war allgemeine Schriftsprache.

 

Kurze Unabhängigkeit

Zur Zeit Napoleons war Dänemark mit Norwegen auf der Seite Napoleons und Schweden auf der Gegenseite. Napoleon verlor schlussendlich die Kriege und Norwegen sollte an Schweden übergehen. (Friede von Kiel, 1814).

Norwegen war nicht begeistert und wollte wieder frei sein. 112 Representanten trafen sich am 10. April 1814 in Eidsvoll nördlich von Oslo (ca. norwegisches Rütli, jedoch in einem Haus) und setzten eine norwegische Verfassung auf. Am 17. Mai 1814 waren sie fertig damit. Nach dieser Fertigstellung wird heute der Nationalfeiertag gehalten. Die Norweger bestimmten einen König und Schweden erklärte Norwegen den Krieg. Nach 2 Wochen ergab sich Norwegen. Der König musste das Land verlassen.

 

Unter Schwedischer Herrschaft

1814 bis 1905 war Norwegen dann unter schwedischer Herrschaft. Die Norweger waren aber relativ frei, sie konnten die neu errichtete Verfassung und das Stortinget (Einkammerparlament) behalten. Aber der schwedische König blieb Oberhaupt. 1884 wurde die Macht gegen das Stortinget verschoben und 1905 wurde Norwegen frei. Es hat seither einen eigenen König.

 

Unabhängiger Staat

Seit 1905 ist Norwegen also unabhängig. Persönlichkeiten, wie Amundson (Südpol), Nansen (Forschung und internationaler humanitärer Einsatz, Nansen-Pass für Staatenlose), Edvard Grieg (Musik), Edvard Munch (Bilder) und Gustav Vigeland (Skulpturen) haben den jungen Staat geprägt.

 

2. Weltkrieg

Zwischen 1814 und 1940 erlebte Norwegen keinen Krieg mehr. Im 2. Weltkrieg war Norwegen neutral, aber es war strategisch sehr wichtig: Der grösste russische Meerhafen, Murmansk, liegt nordöstlich von Norwegen und die Seestrasse entlang der norwegischen Küste war für Russland enorm wichtig.

Nachdem die deutschen Schiffe 2 britische Schiffe vor der norwegischen Küste versenkt hatten griffen sie fast in der gleichen Nacht die wichtigsten norwegischen Städte Oslo, Kristiansand, Stavanger, Bergen und Trondheim an. Gleichzeitig "hüpften" die deutschen Flugzeuge von Flugplatz zu Flugplatz und eroberten diese Plätze. Nach 2 Monaten war ganz Norwegen besetzt. Der König und die Regierung flüchteten nach London.

Vidkun Quisling, ein norwegischer Nazi, spielte dann in Norwegen eine wichtige Rolle. Sein Name wurde auch in der Schweiz als Begriff des Volksverräters gebraucht.

Vor dem Krieg hatte Norwegen eine grosse Handelsflotte. Diese wurde vor allem im Interesse der Alliierten eingesetzt. Im Laufe des Krieges vernichteten deutsche Flugzeuge und U-Boote die Hälfte der norwegischen Handelsflotte. 4000 norwegische Seeleute kamen dabei um.

Norweger führten einen Partisanenkrieg gegen die deutsche Besetzung. Die Deutschen reagierten mit der Hinrichtung von zivilen Geisseln. So wurden an einem Tag, wenn ich mich recht erinnere, in einem nordnorwegischen Dorf 30 Leute umgebracht. Deutschland nahm im Laufe des Krieges 40 000 Gefangene, viele wurden hingerichtet. Viele flohen aus den deutschen Gefangenenlager nach England und Schweden. Am 8. Mai 1945 war der Krieg zu Ende.

 

Bis heute

Norwegen wurde schnell wieder aufgebaut. Norwegen hatte gelernt, dass ihm die Neutralität nichts nützt und trat der NATO bei. Bis in die siebziger Jahre war Norwegen ein sehr armes Land. Es kannte aber auch praktisch keine Kriminalität. In den siebziger Jahren wurde plötzlich in norwegischen Gewässern Oel gefunden. Vieles veränderte sich. Der Staat wurde plötzlich reich. Die Norweger mussten sich möglichst rasch mit der Oelförderung zurecht finden. Die Löhne, aber auch die Preise stiegen. Plötzlich konnte man im Ausland viel billiger einkaufen. So entstanden viele schwedische Einkaufsdörfer an der Grenze. Die Regierung bestimmte, dass der grösste Teil der Oelgewinne in einem sog. "Oljefond" gespart werden für Zeiten, in denen das Oel aufgebraucht ist. Das Geld wurde auch gebraucht, um Ausbildung und Forschung zu fördern. Mit dem Wohlstand kam auch die Kriminalität. Allerdings wenn ich die Zeitungen ansehen, kann ich ein Lächeln über diese Behauptung nicht unterdrücken. Es gibt Norweger, die behaupten, in Beziehung auf Kriminalität sei Oslo wesentlich schlimmer als New York. Diese Leute haben Norwegen wahrscheinlich nie verlassen.

 

Internationale Aktivitäten

Norwegen ist seit dem Beginn 1945 Mitglied der UNO. Mit der EØ S ist es stark mit der EU verbunden, etwas stärker als die Schweiz, aber ebenfalls nicht Mitglied der EU.

Norwegen setzt sich international für Frieden und Humanität ein. z.B. gelang es Norwegern, in Scrilanca Frieden zwischen der Regierung und den Tamilen herzustellen.

Norwegische Truppen sind in Afghanistan und Irak.

Ich habe hier Asyl erhalten, nachdem ich enteignet faktisch aus der Schweiz ausgewiesen wurde.

 

Sprachen

Norwegen hat viele Dialekte. Diese sind begründet durch die grossen Distanzen. Vor 1814 war Dänisch Schriftsprache. Danach wollten die Norweger eine eigene Sprache schaffen. Daraus resultierten 2 Schriftsprachen: Bokmå l und Nynorsk. Bokmå l ist der dänischen Sprache stark angepasst und Nynorsk berücksichtigt mehr die norwegischen Dialekte, vor allem die Dialekte von Vestlandet. In der Volksschule sprechen die Schüler Dialekt und lernen beide Schriftsprachen.

Daneben ist die Sprache der Samen, wie weiter oben beschrieben.

Allgemein sagt man, norwegisch töne ähnlich wie schwedisch und wird wie dänisch geschrieben.

Ausser den skandinavischen Sprachen ist deutsch am nächsten. Daneben sind viele Ausdrücke vom englisch, oder eben umgekehrt: Zur Vikingerzeit haben die Norweger viele Ausdrücke ins Englisch eingebracht.

Bokmå l ist sehr logisch aufgebaut und darum relativ leicht zu lernen.

 

Märchenfiguren

Norwegen kennt eigene Märchenfiguren.

Der Troll ist ein grosses starkes Wesen mit 1 – 9 Köpfen, auf denen Gras wachsen kann. Er entführt gerne schöne Prinzessinnen, die dann befreit werden müssen. Wenn der Troll ans Sonnenlicht kommt, erstarrt er. Viele Steine und Hügel in Norwegen gleichen einem Troll.

Askeladen sind schwächliche Jünglinge, die den Troll überlisten und die Prinzessinnen befreien.

Huldren sind schöne Mädchen, die im Wald wohnen. Manch einer zieht zu einer Huldra und kann nicht mehr weg. Die Huldra hat einen Kuhschwanz, den sie bei der Heirat verliert. Wenn der Mann böse oder untreu wird, verwandelt sich die Huldra in ein wüstes Weib.

 

Künstler

Am meisten Eindruck haben mir Edvard Munch, Gustav Vigeland Edvard Grieg und

Munch ist Expressionist und lebte von 1863 – 1944. Seine Bilder sind im Munchmuseum in Oslo zu sehen.

Vigeland hat in vielen Variationen Menschen und Menschengruppen dargestellt. Es ist viel Bewegung und Schwung darin. Die Skulpturen sind aus Stein, Eisen und Bronce. Der Monolith mit ineinandergeschlungenen Menschenleibern gefällt mir pers. weniger.

Die Musik von Edvard Grieg kennt wohl jeder, z. B. Vertonung zu Peer Gynt.

 

Schule

Norwegens Volksschule kennt keine "Begabtenausschöpfung". Sie legt Wert auf Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz. Sie wird deswegen auch oft angegriffen, weil sie der Industrie zuwenig "Führungskräfte" und hochausgebildete Fachleute liefert. In der vidergehende Schule werden die Jugendlichen in einer gewählten Fachrichtung ausgebildet. Nachher studieren sie oder üben einen entsprechenden Beruf aus. Soviel ich weiss, gibt es keine eigentliche Berufslehre.

Politik

Norwegens Verfassung ist älter und weniger demokratisch als die schweizerische Verfassung. Es werden Parteien gewählt, nicht Politiker. Es gibt fast keine Abstimmungen und kein Initiativ- und Referendumsrecht. Der König hat angeblich keine Macht, in Wirklichkeit aber scheinbar zeitwirksame Vetorechte. Kommunen und Fylker (Gemeinden und Kantone) haben ungefähr gleiche Aufgaben und Rechte, wie in der Schweiz.

Die schwächere Demokratie hat aber auch Vorteile:

Die Erstellung eines Oljefonds (s. oben) wäre in der Schweiz im Zeitalter der Goldverteilung kaum denkbar. Um pers. Stimmen zu gewinnen darf in der Schweiz nur noch kurzfristig gedacht werden. Auch viele Norweger sind gegen den Oljefond und möchten das Geld jetzt.

Die norwegischen Zeitungen sind nicht so stark mit Politikerköpfen gefüllt wie die Schweizer Zeitungen. In Norwegen machen die Politiker ihre Arbeit ruhiger mit weniger Aufsehen.

Wenn in einer Schweizer Abstimmung eine Sachlage durchfällt, heisst es nicht, "die Sache war schlecht", sondern "die Werbung war schlecht". Folglich wird der Aufwand und damit die Kosten für die Werbung immer grösser. Um auch die nächste Abstimmung gewinnen zu können, muss das Geld irgendwie wieder zurückfliessen. Dies muss meistens in einer Sachvorlage eingebettet sein. Um politisch am Ball zu bleiben, müssen also immer mehr Korruptionsgelder fliessen. Die Korruption wird so stark, dass der Staat seinen Pflichten nicht mehr nachkommen kann (Gesundheits- und Sozialwesen) und schlussendlich die Wirtschaft stark darunter leidet, da sie für den Unfug aufkommen muss. Um im ganzen Korruptionsmechanismus bestehen zu können, muss die Wirtschaft Politiker in die Verwaltungsräte aufnehmen, die die Unternehmen zu Boden bringen. Beispiele: Swissair, bald auch Swiss, OVA, Tixi Säuliamt.

 

Religion

Es herrscht Religionsfreiheit für alle Einwohner ausser König und Regierung. Der König muss der Landesreligion zugehören und die Hälfte der Regierung auch. Die Landesreligion ist protestantisch nach Luther. 90% der Bevölkerung gehören ihr an und 3% besuchen die Gottesdienste.

 

Kulinarisches

Norwegen war immer ein armes Land und die typischen historischen Mahlzeiten sind entsprechend:

Rømmegrøt ist ein Sauerrahm-Mehl-Brei der an festlichen Mahlzeiten gegessen wurde

Lutefisk ist getrockneter und in Lauge eingelegter Fisch.

Heute ist die norwegische Küche stark international. In Stjø rdal gibt es viele verschiedene Restaurants: Mac Donald-ähnlich, amerikanische Steaks, griechisch, mexikanisch, chinesisch, italienisch usw usw (ich kenne mich zuwenig aus).

Der Norweger isst aber selten im Restaurant. Er braucht wenig Gemüse und wenig Früchte, welche sehr teuer sind. Auch Fleisch ist teuer. Er isst gerne Pizza. Falls Du einmal sehr hungrig bist und einem norwegischen Restaurant eine Pizza bestellst, mache nicht den gleichen Fehler wie ich am ersten Tag (mit Xaver): Bestelle keine grosse Pizza. Du wirst sie nie allein mögen, auch wenn Du noch so hungrig bist. Grosse Pizzen sind für ganze Familien vorgesehen.

Relativ günstig ist in Norwegen:

Brot, eine spezielle Sorte Fr. 1.—pro 750 gr.

Käse, ca. 1.30 pro 100 gr. (es gibt emmentalerartigen Käse)

Yoghurt

Fisch (ich esse relativ viel Fischstäbchen)

Reis

"Stocki" Fr. 1.—pro Beutel

Eier

Grillwürste (ca. halb Fleisch und halb Kartoffelstärke)

Im Sommer werden auf vielen Bauernhöfen Erdbeeren angeboten

Karotten

Sehr teuer sind Alkohol und Zigaretten, sie kosten etwa das doppelte. Wein und Spirituosen sind nur in staatlichen Läden zu haben. Man sagt, wenn ein Norweger eine Flasche mit alkoholischem Inhalt sieht, dann leert er sie in einem Zug.

 

Besonderheiten

 

Die Norweger geben Distanzen nicht mit km sondern mit norwegischen Meilen an.

1 mil = 10 km.

Es tönt natürlich auch besser, wenn die Strecke Oslo – Stjördal nur 58 miler statt 580 km ist und wenn Zürich nur 250 miler von Stjördal entfernt ist.

 

In Norwegen hat es nur selten 380 V Drehspannung. Ich musste alle 380V-Maschinen auf 220V-Drehspannung umbauen. Motoren können oft von Stern auf Dreieck umgestellt werden. Schwieriger wirds für Steuerungen, Bremsmagnete und Motoren, die bereits dreieckgeschaltet sind.

 

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 28. desember 2019